Der Bordelljob!

Mit etwa 24 fing ich eine Stelle als Kellnerin in einem großen, deutschen Laufhaus an. Gekellnert hatte ich schon oft, aber natürlich nicht in einem solchen Etablissement. Man braucht schon starke Nerven und Ellbogen, sonst macht man den Job nicht lange. Jedenfalls hatte dieses Bordell mehrere Etagen und auf jedem Flur befand sich ein Gäste-WC. Kunden zahlten in diesem Haus ein paar Euro Eintritt, bekamen dafür Kaffee und Softdrinks gratis und geilten sich oft nur an den Mädels auf, an denen sie vorbei liefen. Heißt: Eintritt zahlen, Kaffee trinken, Mädels anglotzen und sich dann irgendwo heimlich einen von der Palme wedeln. An meinen ersten Tagen dort wusste ich nicht, das ich bei Bedarf zu den Frauen auf´s Zimmer und deren WC nutzen konnte und ging jedes mal auf das Gäste-WC im Gang. Das Problem an dieser Toilette war weniger der ewig währende Duft von alter Pisse, sondern die äußerst schwergängige Tür. Einmal musste ich so dringend, dass ich schnell hin lief, mir noch dachte “Ach, die scheiß Tür klemmt sicher” und sie deshalb mit Karacho auf stieß. Ja ok, ich hab da so was wie einen Widerstand gespürt, aber im ersten Moment dachte ich die Tür klemmt einfach noch mehr als sonst. War dann aber nicht ganz zutreffen. Ich hatte versehentlich einen Gast umgehauen, der nun bewusstlos und mit seinem Pimmelchen in der Hand, vor der Toilette lag. Von dem Tag an ging ich dann bei den Mädels auf Toilette, zumindest wenn sie gerade keinen Gast hatten.

im bordell

Mädels schauen und aufgeilen im Bordell

Auch erwähnenswert war eine afrikanische Prostituierte, ich nenn sie mal Claudine. Claudine war etwas fülliger und hatte absolut Spaß an ihrem Job. Ich meine das ernst, sie hatte RICHTIG Spaß an ihrer Arbeit. Teilweise zu viel! Stammgäste vermieden es oft ganz ihre Etage überhaupt zu betreten. Denn wenn Claudine “arbeiten” wollte, fragte sie nicht immer, ob der Freier damit einverstanden ist. So bekam ich also eines Abends einen Anruf aus der Chefetage. “Da kommt gleich ein junger Mann zu dir in die Bar, der hat die ganze Nacht frei saufen. Egal was er will, gib es ihm einfach!”. Kurz darauf erschien ein kreidebleicher, zitternder, etwa 19-jähriger Kerl bei mr. “D-dd-die haben gesagt ich bekomme bei ihnen alles u-u-umsonst”. Man, der Junge war echt durch! Also gab´s von mir erst mal ein großes Bier und nen doppelten Wodka. Als das erste Gedeck seine Wirkung zeigte, fragte ich ihn was denn passiert sei. Sofort wechselte der arme Kerl wieder seine Gesichtsfarbe und fing an zu zittern. “Ich war da oben in der Etage, da wo diese schreckliche schwarze Frau ist!”. Mir war direkt klar, dass er nur von Claudine reden konnte. Als ich ihn dann fragt, was Claudine mit ihm gemacht hätte, brach es aus ihm heraus:” Wirklich, sie müssen mir glauben, ich wollte das nicht!! Aber sie packte mich und schmiss mich auf ihr Bett und sie war viel stärker als ich! Und dann ist sie auf mir herum gehüpft! Und diese Haare, diese Haare in ihrem Gesicht! Ich wollte das nicht, aber sie hat einfach weiter gemacht!”. Tja, shit happens. Seinen Ausflug ins Rotlichtmilieu hat er sich sicher anders vorgestellt. Der Fairness halber muss ich sagen, dass Claudine ihm ihre Dienste nicht in Rechnung gestellt hat. Und den Rest der Nacht verbrachte sie mit einem zufrieden-süffisanten Lächeln im Gesicht.

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